Wissenswertes rund um die Fliese!

Geschichte des Fliesenlegens

Die Geschichte des Fliesenlegens begann etwa 6.000 Jahre vor Christus in Mesopotamien und im antiken Ägypten, obwohl die Menschen bereits in der Jungsteinzeit erstmals Ton brannten und diesen anschließend mit verschiedenen Glasuren färbten. Kunstvolle Boden- und Wandverzierungen zeugen noch heute von dem meisterhaften Können der Babylonier, Perser und Assyrer, deren alte Mosaike aus Stein und Keramik-Fliesen teilweise bis heute erhalten blieben.

Im Laufe des Mittelalters entdeckten dann auch die Niederländer, Spanier und Italiener keramische Fliesen für sich und brachten so die Fliesenkunst nach Europa. Um das Jahr 1000 wurden dann auch hierzulande Boden mit keramischen Fliesen verschönt. Diese Technik war jedoch ausschließlich sehr wohlhabenden Menschen vorbehalten, sodass sie vornehmlich in prunkvollen Palästen und noblen Villen Anwendung fand.

Erst im Zuge des technischen Fortschritts im Laufe des 19. Jahrhunderts änderte sich dies grundlegend, da die Erfindung der Fliesenpresse die Arbeit der Fliesenleger revolutionierte. Zuvor mussten sämtliche Fliesen in mühsamer Handarbeit von sogenannten Hafnern angefertigt werden, sodass ein recht hoher Preis zustande kam. Dank der damals innovativen Fliesenpresse konnte nun eine industrielle Produktion von hochwertigen Fliesen durchgeführt werden.

Auf diese Art und Weise wurde die keramische Fliese zu einem Gebrauchsgut, das sich immer mehr Menschen leisten konnten, wodurch auch die Zahl der professionellen Fliesenleger seitdem stetig steigt. Heute findet man in jedem Gebäude Boden- und Wandfliesen, sodass die keramische Industrie von zentraler Bedeutung für das Bauhandwerk ist.

Fliesenarten

Für den Laien erscheinen alle Fliesen grundsätzlich gleich, die sich nur in Farbe und Größe voneinander unterscheiden. Dem ist jedoch nicht so, denn der Fachhandel halt eine enorme Vielfalt an Fliesenarten bereit, die sich durch ganz individuelle Eigenschaften auszeichnen. Grundsätzlich differenziert man hierbei unglasierte und glasierte Fliesen, die sich wiederum in weitere Kategorien einteilen lassen.

Bei Steingutfliesen handelt es sich um glasierte Keramikfliesen, die durch einen zweiten Brennvorgang mit einer entweder durchsichtigen oder undurchsichtigen Glasur versehen werden. Da die Oberfläche dieser Platten glänzend oder matt, eben oder strukturiert sein kann, existiert bei Steingutfliesen eine enorme Vielfalt, die keine Wünsche mehr offen lässt. Falls Sie sich hierfür interessieren, sollten Sie aber beachten, dass diese Fliesenart nicht frostsicher und somit ausschließlich für den Innenbereich geeignet ist.

Für den Außenbereich erweisen sich unter anderem Spaltplatten als äußerst geeignet, denn diese sind extrem strapazierfähig und zudem noch frostsicher. Die sogenannten Spaltplatten, die durch das Brennen von zwei Steinzeugfliesen Rückseite an Rückseite entstehen, kommen also häufig auf Terrassen, Balkonen oder in Hauseingängen zum Einsatz. Im Anschluss an den Brennvorgang wird eine solche Doppelplatte durch das Spalten voneinander getrennt.

Die Mosaiktechnik gehört zu den wohl frühesten Formen der Kunst des Fliesenlegens und erfreut sich noch heute enormer Beliebtheit. So werden kleine Steinzeugfliesen mit einer Fläche von maximal 10 x 10 cm als Mosaik bezeichnet. Diese werden in den unterschiedlichsten Formen und Farben hergestellt und sind garantiert ein Blickfang.

Das sogenannte Feinsteinzeug zählt ebenfalls zu den populärsten Fliesenarten, weil es sich gleichermaßen für den Innen-, als auch den Außenbereich eignet. Feinsteinzeug verfügt über eine außergewöhnlich hohe Materialdichte, die für eine extrem geringe Wasseraufnahme sorgt und diese Fliesen somit absolut frostsicher macht. Durch einen zweiten oder auch dritten Brenngang können Feinsteinzeugfliesen auch dekoriert und glasiert werden, sodass sie ebenfalls im Innenbereich zu einem echten Hingucker werden.

Aufgrund der enormen Vielfalt an Fliesenarten sollten Sie sich im Vorfeld eingehend von einem Fliesenleger beraten lassen, um so beste Ergebnisse zu erzielen.

Fugen

Viele Menschen schenken den Fugen weniger Beachtung, obwohl diese von enormer Bedeutung beim Verlegen von Fliesen sind. Aber auch wenn Sie einen professionellen Fliesenleger beschäftigen, sollten Sie die Verfugung auf keinen Fall vernachlässigen, schließlich trägt diese maßgeblich zum Erscheinungsbild eines Raumes bei.

Fugen sind klassischerweise weiß oder grau und somit im Gegensatz zu Fliesen relativ unscheinbar, weshalb sie auch häufig unbeachtet bleiben. Dennoch handelt es sich bei der Verfugung um eine wahre Kunst, die mit höchster Sorgfalt ausgeführt werden muss. Denn die Breite und Farbe der Fugen können sowohl verkleinernd, als auch vergrößernd wirken. So fügen sich farblich passende Fugen harmonisch in das Gesamtbild ein und lassen einen Raum für gewöhnlich größer erscheinen. Wenn Sie jedoch mit den Fugen Akzente setzen möchten, sollte Sie eine kontrastreiche Fugenfarbe wählen. Sie sollten aber unbedingt beachten, dass ein starker Kontrast ein Zimmer kleiner wirken lässt.

Fliesen Strapazierfahigkeit

Unabhängig davon, in welchem Bereich eine Fliese verwandt wird, sollte sich diese stets durch eine große Strapazierfahigkeit auszeichnen, da sie schließlich im Idealfall sogar mehrere Jahrzehnte auf dem Boden bzw. an der Wand verbleibt.

Nichts desto trotz existieren bei Fliesen mitunter enorme Unterschiede bezüglich ihrer Strapazierbarkeit. Aus diesem Grund sollten Sie sich im Vorfeld ausführlich informieren und sich von einem Fliesenleger diesbezüglich beraten lassen.

So dienen die sogenannten Abriebklassen als Differenzierung von glasierten Fliesen bezüglich ihrer Strapazierbarkeit. Anhand dieser Kategorien erfahren Sie bereits vor dem Kauf, für welche Verwendung sich Ihre Fliesen am besten eignen. In Bädern, sowie Schlafzimmern erweist sich die Abriebklasse I als vollkommen ausreichend, da es sich hierbei in der Regel um den Barfuß- und Hausschuhbereich handelt. Folglich sind die hier verwandten Bodenfliesen keinen großen Belastungen ausgesetzt und müssen daher keine außerordentliche Strapazierbarkeit besitzen.

Im Gegensatz dazu sollten Sie sich im Ess- und Wohnbereich mindestens für die Abriebklasse II entscheiden, schließlich wird der Bodenbelag in diesen Raumen stärker beansprucht. Für den direkten Hauseingang, die Flure und Dielen, die Terrasse, den Balkon, sowie die Küche und den Arbeitsbereich eignen sich Fliesen der Klasse III oder IV hervorragend, weil diese hohen Belastungen problemlos standhalten.

Für den gewerblichen Bereich mit starkem Kundenverkehr oder einfach enorm beanspruchte Räume häalt der Fachhandel zudem noch Fliesen der Abriebklasse V bereit. Diese bieten eine maximale Strapazierbarkeit und weisen somit den geringsten Verschleiß auf. Bevor Sie sich für bestimmte Fliesen entscheiden, sollten Sie also einen erfahrenen Fliesenleger zu Rate ziehen, der Ihnen bei der Einschätzung der Beanspruchung gerne behilflich ist.

Auswahl der richtigen Fliesen

Wenn Sie sich für Fliesen als Bodenbelag entschieden haben, steht nur noch die Wahl der richtigen Fliesen an, bevor der Fliesenleger schließlich mit seiner Arbeit beginnen kann. In der Praxis erweist sich die Auswahl der Fliesen jedoch häufig als recht langwierig, da diese den jeweiligen Anforderungen gewachsen sein mussen und zudem auch optisch überzeugen sollten.

Auf dem Balkon oder der Terrasse sollten Sie beispielsweise nur außerst strapazierfähige Platten oder Fliesen verwenden, weil diese ständig der Witterung ausgesetzt sind und somit durch starke Sonneneinstrahlungen und heftige Regenschauer enorm beansprucht werden. Fliesen, die vornehmlich für den Innenbereich entwickelt wurden, köonnen solchen Belastungen in der Regel nicht dauerhaft standhalten und sind außerdem nicht frostsicher.

Im Badezimmer sind zwar keine frostsicheren Fliesen erforderlich, dennoch sollten Sie bei der Auswahl einige Dinge beachten. So erweisen sich großflachige Fliesen in kleinen, verwinkelten Badern als wenig vorteilhaft, da sie hier unter Umstanden optisch verkleinernd wirken können.

Wenn Sie auch Ihre Treppen mit Fliesen versehen möchten, müssen Sie der Trittsicherheit bei der Auswahl der richtigen Fliesen besondere Beachtung schenken. Mithilfe spezieller Formstücke kann diese erreicht werden, sodass die Treppe maximale Sicherheit bietet. Darüber hinaus müssen die Fliesen natürlich auch relativ strapazierfähig sein, weil die Treppe zu den starker beanspruchten Bereichen eines Hauses gehört.

Selbstverständlich spielen die Kosten, sowie die Optik ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der richtigen Fliesen. Gemeinsam mit einem erfahrenen Fliesenleger oder einem entsprechenden Fachverkäufer finden Sie garantiert die richtige Fliese, an der Sie lange Jahre Freude haben werden.

Fliesenfarben

Wenn Sie sich dazu entschlossen haben, in einem Raum Boden- oder Wandfliesen zu verwenden, sollten Sie sich unbedingt mit dem Thema Farben auseinandersetzen, denn die Fliesenfarbe hat große Auswirkungen auf das Ambiente und muss daher sorgfältig ausgewahlt werden.

Falls Sie beispielsweise in einem recht kleinen Raum Fliesen legen möchten, erweisen sich kalte, helle Farben als sehr vorteilhaft. Diese verleihen einem Zimmer eine gewisse Großzügigkeit und können eine optische Vergrüßerung von bis zu 10 Prozent bewirken, wie offizielle Studien bewiesen haben. Im Gegensatz dazu wirken dunklere Farben zwar wärmer, jedoch gleichzeitig verkleinernd, sodass diese nur in großen Räumen Anwendung finden sollten.

Zudem sollten Sie sich bei der Auswahl der Fliesenfarbe natürlich auch an der zukunftigen Einrichtung des jeweiligen Raumes orientieren, schließlich sollten die Fliesen unter anderem mit den Möbeln und Teppichen harmonieren. Zudem sollten Sie darauf achten, nicht zu viele Farben in einem einzigen Raum zu verwenden, sodass nur ein Farbton dominieren sollte. Falls Sie sich bei der Wahl der richtigen Fliesenfarbe unsicher sein sollten, können Sie sich selbstverständlich gerne an uns wenden, denn als erfahrene Fliesenleger stehen wir Ihnen auch in diesen Belangen stets mit Rat und Tat zur Seite.

Fliesen und Fußbodenheizung

Die meisten Bauherren entscheiden sich für eine moderne Fußbodenheizung für ihr neues Eigenheim, da diese vor allem im Winter für eine wohlige Wärme sorgt und zudem noch äußerst energiesparend ist. Wenn auch Sie sich für eine Fußbodenheizung entscheiden, sollten Sie unbedingt Fliesen als Bodenbelag verwenden. Denn ähnlich wie ein traditioneller Kachelofen nehmen die Fliesen die Wärme der Fußbodenheizung auf und geben diese gleichmäßig wieder ab. Auf diese Art und Weise entsteht ein angenehmes Raumklima, das für eine gemütliche Behaglichkeit sorgt und außerdem Ihrer Gesundheit zugute kommt.

Obwohl eine Fußbodenheizung ohnehin als verbrauchsarm gilt, können Sie durch die Kombination mit Fliesen eine zusätzliche Kostenersparnis erzielen, weil sich keramische Fliesen hervorragend als Wärmeleiter eignen und somit selbst bei geringen Wassertemperaturen eine wohlige Wärme erzeugen.

Falls Ihr Haus oder Ihre Wohnung uber keine Fußbodenheizung verfügt, konnen Sie durchaus trotzdem in den Genuss eines solchen Heizsystems kommen, denn hier erweist sich der sogenannten Thermoboden als perfekte Alternative. Im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Fußbodenheizung lasst sich dieser problemlos nachrüsten und wird als innovatives Direktheizsystem unmittelbar unter den Fliesen oder anderen Bodenbelägen angebracht.

Da Fliesen Strahlungswärme optimal weitergeben, eignen sich diese hervorragend als Bodenbelag über einer Fußbodenheizung oder einem Thermoboden. Als erfahrene Fliesenleger kennen wir die jeweiligen Vorzüge der einzelnen Materialien und helfen Ihnen somit bei der Auswahl der richtigen Fliesen. Gerne koordinieren wir auch die Zusammenarbeit mit anderen Gewerken, die dann beispielsweise die Verlegung des gewünschten Heizsystems übernehmen.

Der Fliesen-Kauf

Nachdem Sie alles sorgfältig durchgeplant haben, gilt es nur noch die perfekten Fliesen für Ihr Vorhaben auszusuchen. Da diese in der Regel viele Jahre halten, sollten Sie sich beim Fliesen-Kauf genugend Zeit nehmen, schließlich prägen Wand- und Bodenfliesen das Erscheinungsbild eines Wohnraums maßgeblich.

Aufgrund der enormen Auswahl im Fachhandel erweist sich der Fliesen-Kauf immer wieder als durchaus komplizierte Angelegenheit. Um einen optischen Eindruck zu gewinnen, sollten Sie sich die Fliesen auch auf größeren Flächen zeigen lassen und nicht anhand einer einzelnen Fliese entscheiden. Darüber hinaus sollten Sie stets bedenken, dass künstliches Licht und natürliches Tageslicht unter Umständen vollkommen unterschiedliche Effekte auf dem Fliesenbelag hervorrufen können.

Selbstverstandlich spielen die Farbe, die Größe, sowie die Strapazierbarkeit ebenfalls eine entscheidende Rolle beim Fliesen-Kauf, schließlich wollen Sie lange daran Freude haben. Zudem sollten Sie unbedingt genügend Fliesen kaufen, da Sie stets ungenaue Messungen und Verschnitt einplanen müssen. Außerdem gilt es, das Gewicht von Fliesen auf keinen Fall zu unterschätzen und daher für eine geeignete Transportmöglichkeit zu sorgen.